Es wird als das komplexeste Gelenk des menschlichen Körpers bezeichnet. Das Knie verbindet gleich mehrere Knochen auf einmal – den Oberschenkelknochen (Femur), das Schienbein (Tibia) und die Kniescheibe (Patella). Du hältst es so gut wie ständig auf Trab, und beim Laufen erhöht sich der Druck noch weiter. Deshalb kann es schon mal die Geduld verlieren, was es dir lautstark durch Schmerzen signalisiert. Was kann diese Schmerzen verursachen?
Die häufigsten Ursachen für Knieschmerzen
Du wirst mit eigenen Augen sehen, dass das Knie ein komplexes Gelenk ist, falls du es nicht ohnehin schon glaubst. Denn es gibt mindestens 11 der häufigsten Gründe, warum dein Knie schmerzen könnte. Keine Zeit zu verlieren, packen wir es an!
1) Überlastung oder Übertraining
Die wohl häufigste, aber oft völlig unterschätzte Ursache ist ein Zuviel an Laufkilometern ohne Fokus auf Regeneration oder eine plötzliche Steigerung von Intensität, Häufigkeit oder Dauer des Trainings. Bei langfristiger Überlastung treten Schmerzen in Gelenken, Sehnen und Muskeln auf, die oft nur das Sprungbrett zu ernsthafteren Verletzungen sind.
2) Falsche Lauftechnik
Eine ungeeignete Lauftechnik führt ebenfalls zu einer Belastung des Kniegelenks. Hierzu gehört vor allem das harte Aufsetzen der Fersen auf hartem Untergrund oder eine falsche Fußstellung. Der Fersenlauf an sich ist nicht verkehrt, aber wenn du läufst und auftrittst wie ein Elefant, werden sich deine Knie schnell zu Wort melden. Versuche, mehr auf dem Mittelfuß zu landen und auf weichem Untergrund zu laufen, wie zum Beispiel auf Waldwegen oder Feldwegen. Um gesunde Bewegungsmuster zu verinnerlichen, empfehlen wir, zu Beginn einen Laufcoach zu konsultieren.
3) Muskelungleichgewicht
Eine Schwäche oder ein Ungleichgewicht der das Kniegelenk umgebenden Muskeln, wie Oberschenkelvorderseite (Quadrizeps), Rückseite (Hamstrings) und Waden, führt zu einer Fehlbelastung des Gelenks und erhöhtem Druck. Die geschwächte Muskulatur versucht, die Last zu kompensieren, und das Knie zahlt unter anderem den Preis dafür. Auch deshalb wird Läufern empfohlen, Krafttraining in den Plan einzubauen. Dank ihm:
- Stärkst du (nicht nur) die Muskeln der unteren Gliedmaßen, die als Stütze für das Knie und andere Gelenke dienen
- Balancierst du das Verhältnis der Oberschenkelmuskulatur aus, da Läufer generell mehr Muskelmasse im Quadrizeps (Vorderseite) als in den Hamstrings (Rückseite) haben

4) Falsches Schuhwerk
Laufschuhe beeinflussen auch den Zustand deiner Gelenke, daher lohnt es sich definitiv, in sie zu investieren. Sowohl finanziell als auch in die Zeit, die du für die Suche aufwendest. Um Knieschmerzen zu minimieren, brauchst du einen Schuh, der optimalen Halt bietet, ausreichend gedämpft und gleichzeitig stabil ist. Und welcher Schuh ist das? So schön es auch wäre: Es gibt nicht den einen universellen besten Laufschuh für jeden. Jeder Läufer ist individuell und hat andere Ziele oder eine andere gesundheitliche Vorgeschichte. Teste und finde heraus, was zu dir passt, und scheue dich nicht, uns um Hilfe zu bitten – vielleicht genau hier bei uns.
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5) Biomechanische Faktoren
Individuelle Voraussetzungen, zu denen beispielsweise Plattfüße, Hohlfüße oder Beinlängendifferenzen gehören, können die Kraftverteilung im Bein verändern und größeren Druck auf die Gelenke ausüben. Dies führt zu unangenehmen Schmerzen nicht nur in den Knien, sondern beispielsweise auch in den Hüften.
6) Unzureichendes Aufwärmen oder Cooldown
Eine grundlegende Sache, die dennoch oft vernachlässigt wird. Das Auslassen des Aufwärmens oder das Vernachlässigen des Dehnens nach dem Lauf kann zu Muskelsteifheit und potenziellen Knieschmerzen beitragen. Baue vor dem Laufen ein Lauf-ABC und ein kurzes Einlaufen ein. Etwa eine Stunde nach dem Lauf solltest du statisches Dehnen machen und deine Muskeln auf einer Faszienrolle ausrollen. Diese Aktivitäten dauern nur wenige Minuten, wirken aber als hervorragende Prävention gegen Verletzungen und Schmerzen in den Knien sowie anderen Gelenken oder Muskeln.
7) Iliotibiales Bandsyndrom oder Läuferknie
Eine unter Läufern sehr weit verbreitete gesundheitliche Komplikation. Das Iliotibiale Bandsyndrom äußert sich am häufigsten durch Schmerzen an der Außen-/Seitenfläche des Knies und verstärkt sich beispielsweise beim Bergablaufen. Auf der Außenseite des Oberschenkels verläuft, ausgehend vom Hüftknochen, eine Muskelgruppe bestehend aus dem Gluteus maximus, Gluteus medius und Tensor fasciae latae. Von diesen Muskeln zieht ein dickes Sehnenband (Faszienstreifen) bis unter die Außenseite des Knies. Die Hauptaufgabe dieser Muskeln ist es, das Kniegelenk zu stützen, es zu stabilisieren und die Bewegung beim Strecken oder Beugen zu sichern. Schmerzen entstehen, wenn eine Störung oder eine falsche Muskelansteuerung bei der Bewegung vorliegt.

8) Patellaspitzensyndrom oder Jumper's Knee
Hinter dem Begriff Patellaspitzensyndrom verbirgt sich eine Entzündung der Sehne, die die Kniescheibe mit dem Schienbein verbindet. Wie der Name schon sagt, treten die Schmerzen am häufigsten bei wiederholten Sprüngen oder harten Landungen auf, bleiben aber oft auch in Ruhe bestehen. Bei frühzeitiger Diagnose reicht meist eine konservative Behandlung aus, es kann jedoch auch zu einer Operation kommen, nach der du erst nach mindestens 4 Monaten wieder in die Laufschuhe zurückkehrst.
9) Meniskusriss
Der Meniskus ist ein C-förmiger Knorpel im Kniegelenk, der als Stoßdämpfer fungiert. Und wie du sicherlich weißt, bekommt das Knie beim Laufen mehr als genug Stöße ab. Diese Mikrorisse können Schmerzen während des Laufens und auch danach verursachen, insbesondere beim Beugen des Beins. Aufgrund anhaltender Schmerzen wird der Meniskus oft arthroskopisch teilentfernt.
10) Kreuzband- oder Bänderriss im Knie
Ein Riss oder eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes (VKB) oder anderer Bänder im Knie verursacht Instabilität und Schmerzen beim Laufen sowie beim Gehen und in Ruhe. Dies ist ein ernsteres Problem, das eine gezielte medizinische Therapie erfordert. Bei vollständigen Bänderrissen ist in den allermeisten Fällen eine Operation notwendig, und die anschließende Genesung dauert Monate, manchmal sogar Jahre. Bänder können entweder als Folge langfristiger Überlastung oder akut, zum Beispiel durch ein falsches Umknicken, reißen.
11) Rheumatoide Arthritis
Eine chronische Erkrankung des Immunsystems, die am häufigsten die Gelenke, einschließlich der Knie, betrifft. Das Immunsystem produziert Stoffe gegen die eigenen Zellen und richtet sich gegen sich selbst. Frauen sind von rheumatoider Arthritis häufiger betroffen als Männer, und sie tritt meist ab einem Alter von 30 Jahren auf.
Was tun bei Knieschmerzen?
Wenn du schon länger anhaltende Schmerzen in irgendeinem Teil deines Knies verspürst, sei es während oder nach dem Laufen, zögere nicht. Die Ursache des Schmerzes ist bei jedem individuell, und es ist entscheidend, die Ursache so schnell wie möglich zu finden, anstatt den Schmerz nur mit Schmerzmitteln zu betäuben. Suche Hilfe bei einem Physiotherapeuten, der das Problem diagnostizieren und die Schwere der Situation einschätzen kann. In einigen Fällen wird er als Teil der Behandlung lediglich eine Laufpause in Kombination mit Rehabilitationsübungen und anderen Therapieformen empfehlen, während in schlimmeren Fällen ein Besuch beim Orthopäden und weiterführende Untersuchungen – Röntgen oder MRT – anstehen.



