Das ist Kapitel 3 von Run for More, unserer Serie über den Sinn, die Leidenschaft und die Ausdauer, die Athleten über die Stoppuhr hinaus antreiben.
Die Geschichte von Johannes und Lukas Motschmann begann lange vor ihrem ersten offiziellen Rennen. Als Zwillinge waren sie selten getrennt – sie liefen Seite an Seite, wechselten sich mit Siegen im Garten ab, forderten sich gegenseitig im Fußball und beim Radfahren heraus. Doch als Johannes den Weg zum Profisport einschlug, begannen sich ihre Wege zu trennen.
Von einer Startlinie zu zwei unterschiedlichen Reisen
Das Studium trieb sie weiter auseinander: Johannes zog nach New York, um auf höchstem College-Niveau zu laufen, Lukas nach Hawaii mit eigenen sportlichen Zielen. Johannes blühte in strukturierten Trainingsgruppen und im Elite-Wettkampf auf. Lukas stellte fest, dass das reine Jagen nach Zeiten, weit weg von zuhause, ihm keine Freude brachte.
Als die Pandemie kam, stieg Lukas ganz aus dem Wettkampfsport aus. Doch vom Laufen – und von der Reise seines Bruders – nicht.
Eine neue Definition von Team
Zurück in Deutschland änderte Lukas seinen Fokus. Er gründete eine Medienagentur, arbeitete mit adidas an Community-Projekten und übernahm die Rolle als Manager von Johannes. Seine Aufgabe war nicht, schnellere Zeiten einzufordern, sondern dafür zu sorgen, dass Johannes sich auf das konzentrieren konnte, was nur er leisten kann.
Von der Organisation von Reisen bis zum Anfeuern bei Kilometer 20 wurde Lukas’ Anwesenheit zu einer anderen Form von Unterstützung – gegründet auf Vertrauen, Verständnis und einem Leben voller gemeinsamer Kilometer.
Die Marathonjahre
Vor vier Jahren wechselte Johannes zum Marathon. Seine Bestzeiten zeigen großes Potenzial, und Berlin ist nun sein Ziel. Nicht nur für eine schnelle Zeit, sondern für etwas Größeres: ein Rennen vor Freunden, Familie und dem Zwilling, der seit dem ersten Schritt dabei ist.
Marathontraining ist gnadenlos. Monate harter Arbeit komprimieren sich in wenige Stunden am Renntag – und nicht jedes Rennen bringt die Belohnung. Doch zu wissen, dass er nicht allein ist, macht den Weg nachhaltig, auch bei Rückschlägen.

Mehr als Medaillen
Während Johannes durch harte Trainingsblöcke geht, hält Lukas mit seiner Arbeit beide im größeren Sportumfeld verbunden. Gemeinsam haben sie eine Partnerschaft aufgebaut, die Wettkampf, Kreativität und Gemeinschaft vereint – und beweisen, dass Erfolg nicht nur daran gemessen wird, wer zuerst durchs Zielband läuft.
Run for More bedeutet Sinn jenseits von Podien – und die Brüder Motschmann verkörpern es.


